Online-Datenschutz Tipps

Datenschutzeinstellungen

Datenschutzeinstellungen sind der Schlüssel für Online-Datenschutz

BitsaboutMe hat es zum Ziel, mehr Bewusstsein für Online-Datenschutz zu schaffen. Durch die Anbindung deiner Online-Konten erhältst du einen umfassenden Überblick über deine Daten, welche von den verschiedenen Unternehmen gespeichert werden. Dadurch sollst du selbst entscheiden können, welche persönlichen Daten du freigeben willst.

Das Businessmodell von grossen Online-Konzernen (Google, Facebook, Apple, usw.) bietet Nutzern „kostenlose“ Dienstleistungen im Austausch gegen persönliche Daten. Lange hatten Nutzer dabei wenig Wahlmöglichkeiten. Neuerdings ermöglichen dir die meisten datensammelnden Unternehmen individuell einzustellen, welche deiner persönlichen Daten gespeichert werden und welche nicht.

Dein Smartphone

Dein Smartphone ist ein sehr leistungsfähiges Überwachungsgerät, das eine Menge an Informationen über dich sammelt. Bei iOS bleiben die gesammelten Informationen grundsätzlich lokal auf dem Gerät gespeichert. Bei Android hingegen, werden je nach Einstellungen viele Daten direkt mit Google geteilt.

In beiden Fällen solltest du deine Datenschutzeinstellungen für dein Smartphone und deinen Browser überprüfen. Auf diese Weise kannst du selbst entscheiden, inwieweit du etwa deine E-Mails, deinen Standortverlauf, deine Kontakte und deinen Kalender teilst.

Dein Google-Konto

Wenn du ein Google-Konto hast, dann lohnt es sich mithilfe von www.myactivity.google.com deine Online-Aktivitäten zu überprüfen. Myactivity.google.com ist eine einfache Plattform, auf der du sehen kannst, welche deiner Daten gespeichert wurden. Dort kannst du diese löschen, sowie auch zukünftiges Tracking deaktivieren.

Auch wenn du kein Google-Konto hast, werden deine Aktivitäten auf Google unter Verwendung von Cookies verfolgt. Hier kannst du prüfen, welche Daten Google von dir gespeichert hat.

Deine Konten auf Social Media

Es lohnt sich ebenfalls, die Datenschutzeinstellungen deiner Konten auf Sozialen Netzwerken zu überprüfen. Die Ausgangslage ist hier jedoch ein wenig anders, da Beiträge auf Social Media standardmässig zu einem gewissen Grad öffentlich sind. Deshalb musst du dir bewusst sein, dass deine Beiträge nicht nur mit deinen Freunden und Abonnenten geteilt werden, sondern auch mit der gesamten Werbeindustrie. Dies gilt nicht nur für deine Posts und Likes, sondern auch für jede Webseite, die du besuchst und die mit einem Share-Button versehen ist. Dazu gehören ungefähr 90% aller Webseiten im Netz.

Schutz der Daten auf deinen Geräten

Passwörter sind immer noch das grösste Sicherheitsrisiko für deine persönlichen Daten und deinen Online-Datenschutz. Deine E-Mail-Adresse – und damit dein Login – ist womöglich bereits allgemein bekannt. Damit braucht es nur noch deine Passwörter, um Zugriff auf deine Konten zu erhalten.

Passe gut auf deine Passwörter auf

Schütze deine Geräte

Um herauszufinden, ob deine Online-Konten gefährdet sind, kannst du deine E-Mail-Adresse auf Have I been Pwned? überprüfen lassen.

Warum ist Passwort-Sicherheit für Online-Datenschutz wichtig?

Zu einfache Passwörter

Passwörter werden nach dem „Try-and-Error“-Prinzip geknackt. Einfache Passwörter können demnach leichter erraten werden: eine vierstellige Zahl weist beispielsweise nur 10‘000 unterschiedliche Kombinationen auf. Dafür benötigt ein leistungsstarker Computer nur eine Sekunde. Bei einem 8-stelligen Passwort hingegen, welches Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen beinhaltet, sind 3’025’989’069’143’040 Kombinationen (abhängig von den genauen Regeln) möglich. Dies ist eine Zahl, welche selbst von den besten Computern nicht geknackt werden kann.

Benutzung vom gleichen Passwort auf verschiedenen Konten

Je mehr Online-Konten du hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass deine E-Mail-Adresse und deine Passwörter irgendwo durchgesickert sind. Auch wenn dies auf einem irrelevanten Konto geschieht, z.B. einer News-Webseite, kann dies verheerende Folgen haben. Denn wenn du dasselbe Passwort auf weiteren Konten verwendest, wären die dann logischerweise auch betroffen. Gestohlene Passwörter werden im Darknet für hohe Beträge verkauft und anschliessend von Hackern benutzt, um Zugang zu allen möglichen Arten von Konten zu erhalten.

Blockieren von Webtracking

Blockiere Cookies

Ein radikaler Schritt für besseren Online-Datenschutz ist das Löschen aller Cookies nach jeder Browsersitzung. Auf diese Weise ist Cookie-basiertes Tracking unmöglich. Jedoch verlierst du damit auch die Vorteile von nützlichen Erstanbieter-Cookies, die beispielsweise deine persönlichen Einstellungen auf einer Webseite speichern. In vielen Fällen führt das Löschen aller Cookies somit zu erheblichen Komforteinbussen.

Das Blockieren von Drittanbieter-Cookies ist für deinen Online-Datenschutz hingegen eine viel pragmatischere Methode. Drittanbieter-Cookies bieten dir nämlich keinen Mehrwert, sondern zeichnen lediglich deinen Online-Verlauf auf.

Lightbeam-Grafik Drittanbieter-Cockies

Diese Grafik ist vom Firefox Plugin Lightbeam und zeigt die Tracking-Cookies von wenigen Stunden Online-Surfing. Die Kreise stellen die besuchten Webseiten dar. Die Dreiecke verkörpern die Tracking-Webseiten von Drittanbietern, die mit den besuchten Webseiten verknüpft sind. Um das Tracking solcher Webseiten zu stoppen, empfehlen wir, Drittanbieter-Cookies auf allen Geräten zu blockieren.

So kannst du Drittanbieter-Cookies auf deinen Geräten blockieren:

Schalte das Ad-Tracking auf deinem Smartphone aus

Schalte die „Do Not Track“-Funktion auf deinem Browser ein

Wenn du verhindern willst, dass deine Online-Aktivitäten getrackt werden, kannst du durch Aktivieren der „Do Not Track“-Funktion ein klares Signal senden.

So aktivierst du die „Do Not Track“-Funktion auf deinem Browser:

Diese Massnahme wird das Tracking durch Werbetreibende leider nicht vollumfänglich stoppen können. Gleichwohl solltest du nach Befolgung dieser simplen Schritten eine signifikante Abnahme von nutzungsbasierten Werbeanzeigen feststellen und somit einen besseren Online-Datenschutz geniessen.

Reduzierung von Werbung

Aufgrund invasiver Online-Werbeanzeigen hat sich die Verwendung von Werbeblockern stark verbreitet. In den letzten Jahren ist die Zahl der Installationen von Werbeblockern geradezu explodiert und belief sich 2016 auf 600 Millionen.

Grafik Anzahl Nutzer mit Werbeblocker für mehr Online-Datenschutz

Eine Vielzahl von kostenlosen sowie auch kostenpflichtigen Lösungen für Werbeblocker findest du hier.

Werbeanzeigen sind in gewisser Weise die Kehrseite der kostenlosen Inhalte im Internet. Bestimmt sind einige deiner bevorzugten News-Webseiten auf das Einkommen solcher Online-Werbeanzeigen angewiesen. Wenn diese nun aber zunehmend verdrängt werden, sind Unternehmen gezwungen, die wegfallenden Einnahmen durch eine andere Einkommensquelle zu kompensieren. Solche Einkommensquellen können etwa Micropayments oder Abonnements sein.

Verwendung Datenschutz-Browser

Online-Datenschutz auf einfache Weise deutlich erhöhen

Um deinen Online-Datenschutz beim Surfen maximal zu schützen, bietet sich Cliqz als gute Alternative zu herkömmlichen Suchmaschinen an. Der kostenlose Datenschutz-Browser Cliqz vereint eine integrierte Schnellsuche und umfassenden Schutz gegen Tracking. Auf diese Weise kann die Übermittlung unsicherer Daten abgefangen und deine Privatsphäre optimal geschützt werden. Cliqz hat sich den Prinzipien von Privacy by Design verschrieben und ist daher bereits in der Default-Konfiguration darauf ausgerichtet, die Weitergabe von Nutzerdaten bestmöglich zu vermeiden.

Homepage Online-Datenschutz Browser Cliqz

Die Suchfunktion befindet sich direkt in der Adresszeile. Wenn du dort einen Suchbegriff eingibst, erhältst du von Cliqz bereits eine Vorschau von Treffern. So erhältst du kurzerhand relevante Suchergebnisse, ohne dabei persönliche Daten preiszugeben. Durch Verwendung einer raffinierten Anti-Tracking-Technik wird zudem verhindert, dass du beim Surfen über mehrere Webseiten hinweg verfolgt wirst. Über die Icons in der Menüleiste lässt sich zusätzlich für jede Webseite individuell einstellen, ob Werbung, Cookies oder Tracker zugelassen oder blockiert werden sollen.

Nebst Phishing-Schutz bietet dir Cliqz mit der re:consent-Funktion ebenfalls eine einfache Möglichkeit zu sehen, welche personenbezogenen Daten von Webseiten verarbeitet werden und macht es dir so leicht, deine Datenschutzeinstellungen anzupassen.

re:consent-Funktion auf Cliqz für einen besseren Online-Datenschutz

Das Ziel des Datenschutz-Browsers ist aber nicht, deine vollständige Anonymität zu erreichen. Dadurch würde nämlich dein Nutzererlebnis erheblich eingeschränkt. Vielmehr soll die Datenspur, die du im Internet hinterlässt, auf ein Minimum reduziert werden.

Cliqz kann ausserdem mit Erweiterungen wie Ghostery, einer Software die dich beim Surfen auf versteckte Dienste hinweist, und LastPass, einem webbasierten Passwort-Manager, ergänzt werden.

Löschen von Daten

Durch die Nutzung von Online-Diensten werden jeden Tag Unmengen an Daten erzeugt. Die Verwertung dieser Daten ist die Geschäftsgrundlage von grossen Internet-Konzernen, deren Werbeeinnahmen die „kostenlosen“ Dienste finanzieren, die wir alle nutzen. Ob dies ein fairer Deal ist, muss am Ende jeder Nutzer selbst für den jeweiligen Dienst entscheiden.

Das Teilen von persönlichen Daten ist eine individuelle Kosten-Nutzen-Abwägung. Wenn du mehr Daten teilst, werden Online-Dienste stärker personalisiert und dadurch in der Regel bequemer zu benutzen. Dies birgt allerdings das Risiko der unterbewussten Manipulation, bzw. das Phänomen der Filterblase. In dieser Filterblase bekommt man nur noch Inhalte zu sehen, die mit dem eigenen Weltbild konform sind. Das mag sich gut anfühlen, ist aber auch eine mehr oder weniger starke Verzerrung der Realität.

Google

Google offeriert eine grosse Auswahl an „kostenlosen“ und nützlichen Online-Diensten. Dementsprechend speichert der Internetriese auch zahlreiche Informationen über dich, unter anderem um dir die passenden Suchergebnisse anzuzeigen.

Direkt auf der Google-Suchseite kannst du deine Suchaktivitäten überprüfen und löschen, auf die wichtigsten Datenschutzeinstellungen in deinem Google-Konto zugreifen und erfahren, wie die Google-Suche mit den von dir generierten Daten arbeitet.

Mit einem Klick auf Einstellungen unten rechts auf der Google-Seite stehen dir das vollständige Suchprotokoll und die letzten Suchen zur Verfügung. Dort kannst du deine Suchanfragen über einen bestimmten Zeitraum löschen, sofern du dies möchtest.

In den Sucheinstellungen kannst du ausserdem deine bevorzugten Sprachen angeben, in denen du deine Suchergebnisse angezeigt bekommst.

Unter Deine Daten bei der Google Suche kannst du zudem einstellen, ob du personalisierte Werbung angezeigt bekommen möchtest oder lediglich allgemeine Werbung. Hier hast du auch die Kontrolle über alle Google-Produkte. Über die Aktivitätseinstellungen kannst du festlegen, ob die folgenden Daten von Google gespeichert werden:

Falls du nur deine Browserdaten löschen willst, kannst du dies direkt auf Chrome machen:

Facebook

Um eine Übersicht über deine Facebook-Aktivitäten zu erhalten, kannst du das Aktivitätenprotokoll konsultieren:

Im Aktivitätenprotokoll sind all deine vergangenen Aktionen und Inhalte chronologisch aufgelistet. Mit einem Klick auf den Stift an der rechten Seite eines Eintrags kannst du Aktivitäten und Kommentare aus deiner Facebook-Chronik entfernen, sowie „Gefällt mir“-Angaben eliminieren und den Standortverlauf löschen.

Wenn du die Facebook App verwendest, kannst du die Browserdaten auf deinem Smartphone löschen. Auf diese Weise können auch Cookies und der Cache von Webseiten, die du im Zusammenhang mit der Nutzung der App besucht hast, entfernt werden.

Vorgehensweise Android:

Vorgehensweise iOS:

Deine Handynummer ist für Facebook ausserdem ein zentrales Identifikationsmerkmal, um Kontaktinformationen von Instagram, WhatsApp, dem Messenger und Facebook miteinander zu verbinden. Das Unternehmen ist zum Teil auch in Besitz von Nummern, die Nutzer gar nicht selbst hinzugefügt haben.

Falls dies bei dir der Fall ist, kannst du deine Handynummer in Facebook entfernen und dein Konto trotzdem absichern. Geh dafür in den Facebook-Einstellungen zum Punkt Handy und entferne dort deine Handynummer. Damit dein Konto trotzdem per 2-Faktor-Authentifizierung geschützt ist, kannst du unter Einstellungen > Sicherheit und Login > Zweistufige Authentifizierung eine App wie z.B. Authy als zweiten Faktor für die Anmeldung festlegen.