Leuchtturm

Bluetooth Low Energy (BLE) Beacons sind eigentlich nichts Neues. Seit 2013 ist der Standard in vielen elektronischen Geräten zu finden. Durch das Aufkommen von Contact-Tracing-Apps hat die Technologie in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

BLE Beacons kann man sich wie kleine Leuchttürme vorstellen, welche pausenlos Signale an nahegelegene Geräte, wie beispielsweise Smartphones, senden können. Beacons empfangen keine Signale und sammeln auch keine Daten. Diese Aufgaben erledigen Apps, z.B. kostenlose Wetterapps oder Apps von Händlern, die du auf deinem Smartphone installiert hast und die Beacon-Signale empfangen. Wenn eine App ein solches Signal erkannt hat, sendet sie Informationen zurück an den Server des Unternehmens, das diesen BLE Beacon platziert hat. Neben der genauen Standortbestimmung können Werbetreibende in Verbindung mit anderen Daten dann ein umfassendes Profil erstellen. Wer du bist, wo du dich befindest und was du gerade kaufst. So können Unternehmen dir dann Anzeigen für Produkte einblenden, die auf deine Interessen zugeschnitten sind. Im Fachjargon wir diese Praxis “Retargeting” genannt. In diesem Artikel der New York Times wird die Funktionsweise von BLE Beacons und deren konkrete Anwendung genauer beschrieben.

Im Gegensatz zu anderen Standortdiensten wie etwa GPS oder Mobilfunkantennen zeichnen sich BLE Beacons durch ihre äusserst präzise Standortbestimmung aus. Aufgrund ihres geringen Energieverbrauch und die verlässliche Funktionsweise, sogar im Inneren von Gebäuden, sind sie besonders in der Welt des Internet of Things beliebt.

BLE Beacons im Alltag

Du bewegst dich also Tag für Tag in Läden, Kinos, Veranstaltungscentern, Hotels, im ÖV und in der Nähe von Plakatwänden in einem unsichtbaren “Beacosystem” und gibst unzählige Informationen über dich preis – und dies zumeist ohne dein Wissen und Einverständnis. Über Beacons kann man deinen Standort auch ganz ohne den Einsatz von GPS präzise ermitteln. Hinweise darauf, welche Apps dies tun, findest du daher auch in deinen Datenschutzeinstellungen unter “Standortdienste”. Es lohnt sich, hier die Freigabe auf solche Apps zu beschränken, wo sie offensichtlich erforderlich ist.

Auch Tech-Giganten wie Google und Apple sind in diesem Spiel massgebend beteiligt. Denn nebst der Verwendung von eigener Beacon-Überwachung über iOS und Android erlauben sie Unternehmen seit Jahren, die in ihren App-Stores angebotenen Apps mit gewissen Überwachungsfunktionen basierend auf Bluetooth auszustatten.