Heatmap BLE-Kontakte auf BitsaboutMe

Im Zuge der Corona Bekämpfung wird die Verwendung von Smartphones zum Contact Tracing heftig diskutiert. In China, Südkorea, Singapur und einigen anderen Ländern haben sich Apps etabliert, die die Suche nach Kontakten von SARS-CoV-2-Infizierten unterstützen. Je nach politischem System verwenden diese Apps eine Vielzahl sensibler Daten – GPS, Bluetooth, Telefonnummer, Kreditkartenzahlungen und mehr werden zentral verarbeitet. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer dar, mit den entsprechenden Risiken für aktuellen und besonders langfristigen Missbrauch.

In Europa ist die Privatsphäre ein hohes Gut, weshalb dezentrale Lösungen und Bluetooth Low Energy (BLE) als mögliche Technologie identifiziert wurde, um Kontakte anonym verfolgen zu können. Das Prinzip dieses Ansatzes wird z.B. hier beschrieben.

Es ist das Ziel von BitsaboutMe unseren Nutzerinnen und Nutzern Transparenz und Kontrolle über ihre BLE-Daten zu geben, genau wie wir es bereits mit vielen anderen Datenarten tun. Zu diesem Zweck erfasst die neue Android App (verfügbar im Play Store) von BitsaboutMe BLE-Geräte in der unmittelbaren Umgebung des Nutzers oder der Nutzerin. Dabei handelt es sich um Smartphones und viele andere mobile Geräte, wie z.B. Kopfhörer, Smartwatches, Lautsprecher u.v.m. sowie fest installierte BT Beacons. Nicht alle diese Geräte lassen sich so eindeutig zuordnen, wie es für Corona-Tracing-Apps nötig sein wird. Wir zeigen deshalb alle Geräte an, die für mindestens 2 Minuten mit einer gewissen Stärke, d.h. in unmittelbarer Nähe des Nutzers empfangen wurden. Die Entfernungsmessung über BLE ist allerdings fehleranfällig, da die Signalstärke von vielen verschiedenen Faktoren (Gewebe, Gebäude, usw.) abhängt.

Wir waren selbst überrascht, wie weit verbreitet BLE inzwischen ist. Es kann keine Rede davon sein, dass dieses Thema erst mit der Einführung von Corona-Apps aktuell wurde. Bei einem Spaziergang durch Bern kann man in wenigen Minuten hunderte Bluetooth (BT) Kontakte empfangen. Bei dieser Messung fallen aktuell besonders Apple iPhones ins Gewicht, da sehr viele von ihnen ein eigenes Beacon Signal aussenden und darüber erfasst werden können. iPhones und die meisten anderen BLE-Geräte schützen die Privatsphäre ihrer Nutzerinnen und Nutzern, indem sie einen anonyme Identifikationsnummer (sogenannte „MAC Adresse“) aussenden, die sich alle 10-15 Minuten zufällig ändert. So kann verhindert werden, dass jemand über einen längeren Zeitraum anhand seiner ID nachverfolgt werden kann.

Es bedeutet aber auch, dass bei der Zählung von BT-Kontakten einzelne Geräte mehrfach gezählt werden. Die Zahl der Geräte sollte deshalb nicht mit der absoluten Anzahl von tatsächlichen Kontakten gleichgesetzt werden, sondern kann immer nur relativ betrachtet werden, um z.B. zu verstehen an welchen Orten und zu welchen Zeiten man mehr oder weniger BT-Kontakten ausgesetzt war. Diese Zahl kann so einen Beitrag liefern, um den Erfolg der eigenen Social-Distancing-Massnahmen zu messen. Sobald sich Contact-Tracing-Apps etablieren, werden wir diese Signale separat ausweisen, da man dann sicher sein kann, dass es sich bei der Quelle um eine andere Person handelt, die die entsprechende App verwendet.